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Solide Grundlagen machen einen starken, gesunden Pole Dancer/Aerialist aus

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23.02.2017 Das Thema gesundes und langlebiges Training beschäftigt mich schon eine Weile. Aktuell wird die Problematik im Bezug auf Poel Dance und Aerial auch mehr und mehr in verschiedenen Posts und Artikeln thematisiert. Ich habe hier meine Gedanken und Erfahrungen dazu formuliert.
Warum ist geundes Training gerade jetzt so ein Hottopic? Pole Dance hat in den letzten paar Jahren einen enormen Boom erlebt. Studios gibt es inzwischen überall und jeder hat es irgendwann irgendwo schon mal ausprobiert oder zumindest mit dem Gedanken gespielt bzw. kennt jemanden, der es praktiziert. Unsaubere - ich würde sogar sagen schädliche - Technik zeigt oft allerdings erst nach Jahren ihre Auswirkungen in Form von Schmerzen, Verletzungen und Beschwerden. Um so wichtiger ist es, dass man sich Zeit lässt in diese extreme Sportart einzusteigen.
Bei mir im Studio halten wir unsere Schüler relativ lange in einem Level. Wir bieten keine x-Wochen Kurse an, da meine Schüler mit so unterschiedlichen Historien zu mir in den Unterricht kommen, dass man sie nicht alle gleich abfertigen kann. Manche brauchen länger, andere kommen evtl. aufgrund von anderen sportlichen Betätigungen schneller vorwärts. Und das variiert wiederum stark von Level zu Level. Manchmal wird mir unterstellt, ich würde Menschen zurückhalten und lange in einem Level halten. Jedoch konnte ich mit meiner wachsenden Erfahrung was Pole & Aerial Training und Unterricht angeht eine stetig frühzeitigere Verbesserung meiner Schüler feststellen, was ich darauf zurück führe, dass ihre Basics immer besser ausgefeilt werden. Meistens sind meine neusten Schüler die, die nachher am schnellsten Fortschritte sehen und das auch noch auf einem relativ hohen Level. Der Grund dafür liegt darin, dass meine Methoden, die Schüler auf schwierige Figuren vorzubereiten immer besser werden und ich damit bereits ab Stunde 1 anfange. Seit ich vor einigen Jahren Pole/Hoop Conditioning als Teil des Warmups eingeführt habe, sehe ich massive Erfolge bei meinen Schülern. Diejenigen, die nicht damit gewachsen sind, haben dadurch heute noch sichtbare Nachteile. Was ich aktiv sehe: wer länger im Beginnerkurs war und seine Basistechnik perfektioniert hat, kommt so viel schneller und vor allem beschwerdenfrei kopfüber klar. Es geht nicht nur darum, alle Figuren einmal irgendwie gemacht zu haben, sondern dabei auch die richtigen Muskeln zu aktivieren und nicht die Luft anzuhalten, sprich in der Figur entspannen zu können, gar nicht erst zu sprechen von sauberem Aussehen inklusive der Ein- und Asugänge zu der Figur. Auch wenn man sechs Monate braucht, damit die Spintechnik gut ist, und diese Zeit brauchen viele, selbst wenn sie theoretisch schon die Kraft für Inverts hätten, die Investition an Zeit lohnt sich wahnsinnig. Der Spiegel wird mir oft dann vorgehalten, wenn ich Schüler von anderen Studios übernehme: alle Spins im 6 Wochen Kurs durchgemacht und dann kopfüber gesprungen, die Pole hochklettern hingegen geht noch gar nicht (ich übertreibe natürlich etwas). Tja, wo fängt man da an? Die Basis ist ruiniert und das kann man oft nicht mehr oder nur mit erheblich mehr Aufwand wieder gut machen.
Was ich sagen möchte, wer sich die Extrazeit am Anfang zugesteht, erntet die Früchte später und spart sich Frust auf einem Level, wo es viel Selbstdisziplin braucht, zurück zu gehen.